Stuttgart wehrt sich gegen Nazis und Rassisten …am 17. Juni in Fellbach den Spuk beenden, bevor er beginnt.

pictureAm Freitag, den 17. Juni will eine rechte Gruppierung namens „Fellbach
wehrt sich“ eine Kundgebung auf dem Kirchplatz in Fellbach mit anschließendem Spaziergang zum ehemaligen Freibad, dem Ort einer
geplanten Geflüchteten-Unterkunft, veranstalten.
Als Aufhänger für die  Zusammenrottung von wirren Rassisten aus dem Spektrum der „Reichsbürger“ wird die „Information über Sicherheit und „Flüchtlinge““ genannt. Dass es dabei nicht etwa um die Sicherheit
geflüchteter Menschen, die vor Krieg und Hunger fliehen und hier permanenten Anfeindungen und der ständigen Angst vor Abschiebung
ausgesetzt sind, wird spätestens klar, wenn man sich auf der Seite der
Gruppe umsieht; mehrmals täglich wird hier der pure Hass auf Geflüchtete, Muslime und MigrantInnen, gepaart mit dem typischen neu-rechten Opfermythos von einem angeblichen „Linksrucks“ der Gesellschaft und der Medien gepredigt und sich in Märtyrer-Art als die letzten Kämpfer für den „Erhalt der Heimat“ präsentiert.

Veranstaltungen und Gruppierungen wie diese sind leider kein Einzelfall
und sprießen gerade bundesweit aus dem Boden. Nicht erst seit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt und dem Erfolg der rückwärtsgewandten Hetzpartei „AfD“ ist klar, dass sich der Wind in der BRD nach rechts dreht.
Zehntausende Menschen auf „Pegida“-Demonstrationen in Ostdeutschland,
zahlreiche „Nein zum Heim“-Kampagnen, eine homophobe „Demo für Alle“ in Stuttgart mit regelmäßig mehreren tausend Teilnehmern und explosionsartig ansteigende Zahlen von Angriffen auf Geflüchtete und deren Unterkünfte unterstreichen diese Entwicklung und machen sie sicht- und erlebbar.

Immer wieder hat sich in der Geschichte gezeigt, dass mit reaktionären
Denkmustern komplexe gesellschaftliche Verhältnisse und vorhandene
Missstände mit einem Fingerzeig auf Minderheiten, die zu Sündenböcken
erklärt werden, scheinbar einfach „erklärt“ werden können. Dass bei all diesen Anfeindungen und Schuldzuweisungen für die eigene (drohende) Misere auf die Schwächsten in der Gesellschaft die grundlegenden Probleme nicht einmal angetastet werden, freut vor allem diejenigen, die Nutzen von diesem System haben.
Das kapitalistische System und seine Profiteure sind verantwortlich für
das Elend der deutschen Arbeitslosen, ebenso wie für das der geflüchteten Menschen, die wegen Krieg, Waffenexporten oder dem wirtschaftlichen Würgegriff reicher EU-Staaten, wie der BRD, ihre Heimat verlassen und sich in eine ungewisse Zukunft flüchten mussten.

Auch wenn das Spektrum der Organisatoren der rechten Kundgebung auf den ersten Blick eher bemitleidenswert wirkt, darf man derartige Veranstaltungen auf keinen Fall unterschätzen oder ignorieren. Seit Jahren gibt es im „Rems-Murr-Kreis“, zu dem Fellbach gehört, eine starke Naziszene, die immer wieder durch brutalste Anschläge auf MigrantInnen,
bis hin zum versuchten, neunfachen Mord in Winterbach 2011 auffiel.
Daher sind Veranstaltungen wie die geplante in Fellbach Öl ins Feuer militanter Neonazis, die bestärkt durch den generell rechten Diskurs in der Öffentlichkeit und solche Veranstaltungen eine Bühne und Mitstreiter für ihr menschenverachtendes Weltbild finden.

Wir werden die Veranstaltung von „Fellbach wehrt sich“ nicht akzeptieren
und mit allen nötigen Mitteln verhindern. Wir werden es nicht zulassen,
dass in unserer Stadt  – einem multikulturell geprägten Stuttgart – und
der unmittelbaren Region der Grundstein für die nächsten Pogrome gegen
Geflüchtete gelegt und eine Stimmung der Spaltung verbreitet wird.

Ab 19:00 Uhr wollen sich die Nazis und Rassisten vor dem Fellbacher
Rathaus treffen und danach durch die Stadt spazieren. Wir rufen alle
AntifaschistInnen auf, sich mit FreundInnen und KollegInnen zusammen zu
tun und ab 18:30 Uhr rund um den Kundgebungsort der Rechten eine
Situation zu schaffen, die es für das rechte Pack so unangenehm wie
möglich macht und die Veranstaltung nicht wie geplant ablaufen lässt.
Macht euch Gedanken, bildet Bezugsgruppen und bereitet euch vor; der
Kreativität sind beinahe keine Grenzen gesetzt…

Neben Aktionen rund um die Kundgebung und den Spaziergang wird es auch ab 18:30 Uhr eine antirassistische Kundgebung an der Ecke
Tainerstr./Pfarrer-Sturm-Str. (direkt an der Haltestelle Lutherkirche)
geben, zu der ebenfalls alle eingeladen sind, um mit vielen anderen gegen Rassismus und rechte Umtriebe zu demonstrieren und gemeinsam
antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Für eine gemeinsame Zugfahrt aus Stuttgart nach Fellbach treffen wir uns
am 17. Juni um 18:00 Uhr an der Bullenwache in der Klett-Passage.

Lasst uns den Spuk beenden, bevor er beginnt:
Keine rechte Demo in unserer Stadt und der Region – Für eine
solidarische Gesellschaft ohne Spaltung, Ausbeutung und Unterdrückung!

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